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Literatur

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Maryse Condé: Eine Literaturikone verlässt die Bühne

Die französische Schriftstellerin Maryse Condé, geboren auf der Karibikinsel Guadeloupe, ist im Alter von 90 Jahren in einem Krankenhaus im südfranzösischen Apt verstorben. Ihr literarisches Werk, das sich mit Themen wie Rasse, Geschlecht und Kolonialismus im gesamten französischsprachigen Raum auseinandersetzte, machte sie zu einer ständigen Favoritin für den Literaturnobelpreis.

Ein Leben in Vielfalt

Maryse Condé lebte in Guadeloupe, Frankreich, Westafrika und den Vereinigten Staaten. Diese kosmopolitische Vielfalt spiegelte sich in ihren Werken wider, die von Memoiren über Romane im 18. Jahrhundert in Mali bis hin zu kulinarischen Essays reichten.

Der Alternativnobelpreis

Nachdem der Nobelpreis für Literatur 2018 aufgrund eines Belästigungsskandals nicht vergeben wurde, erhielt Maryse Condé den New Academy Prize, der von einer Gruppe schwedischer Kulturschaffender als vorübergehender Ersatz geschaffen wurde. Sie war die erste und letzte Preisträgerin dieses alternativen internationalen Literaturpreises.

Ein Blick auf die Geschichte

Ihr bekanntestes Werk, "Segu" (1984), verkaufte sich in Frankreich über 200.000 Mal. Es erzählt die Geschichte eines königlichen Beraters im Bambara-Reich in Westafrika, das im 18. und 19. Jahrhundert unter dem Druck europäischer und islamischer Kräfte zusammenbrach.

Ein Vermächtnis

Maryse Condé wird als "grande dame" der französischsprachigen Literatur in Erinnerung bleiben. Ihre kritische Haltung gegenüber politischen Bewegungen und ihre einzigartige Stimme haben die Literaturwelt nachhaltig geprägt.

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